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Familienangelegenheiten

Foto eines lachenden Babys

Foto eines lachenden Babys, © www.colourbox.com

01.12.2017 - Artikel


Allgemeine Hinweise

Für allgemeine oder weiterführende Informationen zu konsularischen Fragen besuchen Sie bitte die Webseite des Auswärtigen Amts


Ehe und Partnerschaft


Eine Eheschließung zwischen Ausländern anlässlich einer Urlaubsreise ist nicht möglich, da zumindest einer der Verlobten seinen Wohnsitz in Kolumbien haben muß.

Für eine standesamtliche Eheschließung, die im Regelfall in einem Notariat erfolgt, sind grundsätzlich folgende Unterlagen vorzulegen:

  • Reisepass
  • Geburtsurkunde
  • Ehefähigkeitszeugnis
  • Bei Vorehen: Scheidungsurteil oder Urkunde, aus der die Scheidung/Annullierung der Ehe hervorgeht bzw. Sterbeurkunde des verstorbenen Ehepartners

Ein Ehefähigkeitszeugnis, welches im allgemeinen Sprachgebrauch auch oft als Ledigkeitsbescheinigung bezeichnet wird, stellt das Standesamt an Ihrem letzten deutschen Wohnsitz aus bzw., falls Sie nie in Deutschland gewohnt haben, das Standesamt I in Berlin. Den Antrag können Sie in der deutschen Botschaft beglaubigen lassen und anschließend per Post an das zuständige Standesamt übersenden. Weitere Informationen und das Antragsformular finden Sie hier

Die Geburtsurkunde und das Ehefähigkeitszeugnis dürfen bei Vorlage nicht älter als drei Monate sein. Deutsche Urkunden müssen mit einer Apostille versehen sein, dies gilt auch für von deutschen Standesämtern ausgestellte internationale Personenstandsurkunden. Nicht-spanischsprachige Urkunden müssen von einem offiziellen Übersetzer übersetzt werden. Wird die Übersetzung von einem in Deutschland ansässigen Übersetzer erstellt, muß auch die Übersetzung apostilliert werden.

Neben den Dokumenten ist auch ein mündlicher/schriftlicher Antrag der Verlobten auf Eheschließung notwendig. Dieser Antrag muß folgende Angaben enthalten:

  • Namen und Anschriften der Eltern der Verlobten
  • Namen und Anschriften von Zeugen, die beispielsweise den ledigen Personenstand des/der kolumbianischen Verlobten bestätigen

Nach Antragstellung wird das Aufgebot für fünf Tage ausgehängt, bevor die Eheschließung erfolgen kann.

Es wird empfohlen, vor Eheschließung das entsprechende Notariat zu kontaktieren, ob ggfs. weitere als die vorgenannten Dokumente vorgelegt werden müssen.

Nach kolumbianischem Recht ist bei Eheschließung die persönliche Anwesenheit der Verlobten nicht erforderlich, d.h. eine Vertretung durch einen Bevollmächtigten bei der Eheschließung ist möglich (sog. Handschuhehe). Nach deutschem Recht (§§ 1314 Abs. 1, 1311 BGB) stellt dies jedoch eine aufhebbare Ehe dar.

Ein Visum zur Eheschließung ist nicht mehr erforderlich.

Rechtsgrundlagen für Eheschließungen von kolumbianischen mit ausländischen Staatsangehörigen sind die Dekrete-Nr. 2668/1988 und 1556/1989.



Geburt und Namensgebung


Die Frage, ob Ihr Kind deutsche/r Staatsangehörige/r ist, beantwortet Ihnen § 4 des Staatsangehörigkeitsgesetzes. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Kind weitere Staatsangehörigkeiten durch Geburt von einem Elternteil oder auf Grund Geburt in einem bestimmten Land erwirbt.

Ist Ihr Kind deutsch, können Sie bei uns einen Kinderreisepass oder biometrischen Reisepass für das Kind beantragen. Häufig ist hierfür eine Namenserklärung durch beide Eltern erforderlich. Ein biometrischer Pass kann dann erst ausgestellt werden, wenn die Namensführung vom Standesamt in Deutschland bestätigt wurde (im Normalfall ca. 1-2 Monate). Benötigt Ihr Kind schon vorher eine Reisedokument, können Sie einen vorläufigen Reisepass beantragen.

Für die Namenserklärung erforderliche Unterlagen:

  • Erklärung zur Namensführung, wird hier in der Botschaft aufgenommen und von allen Sorgeberechtigten vor einer Urkundsperson unterschrieben
  • Geburtsurkunde des Kindes mit Apostille und Übersetzung
  • Pass, Personalausweis bzw. Cedula der Eltern (mindestens 1 deutsches Ausweisdokument )
  • Geburtsurkunden und ggf. Heiratsurkunde der Eltern, ggf. mit Apostille und Übersetzung

Die oben genannten Dokumente sind in Original und 2x Kopien mitzubringen, Beglaubigung der Kopien kann gebührenpflichtig hier in der Botschaft erfolgen.

Ist die Mutter deutsche Staatsangehörige und sind die Eltern nicht verheiratet, ist zusätzlich die Zustimmung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung in beurkundeter Form erforderlich. Diese Beurkundung kann nach Terminabsprache in der Botschaft vorgenommen werden.

Wurde ein Elternteil zuvor im Ausland geschieden, ist meistens zuvor die Anerkennung des ausländischen Scheidungsurteils notwendig.

Zusätzlich zur Namenserklärung kann, aber muss nicht, die Geburt in Deutschland nachbeurkundet werden, siehe unten unter Standesamt I. Der Antrag kann über die Botschaft gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier (Linkliste):



Scheidung und Unterhalt


Deutschland und Kolumbien sind Mitgliedsstaaten des VN-Übereinkommens zur Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen im Ausland vom 20.06.1956.

Auf dieser Grundlage können in Deutschland bestehende Unterhaltsansprüche ohne Einschaltung eines kolumbianischen Rechtsanwalts oder Gerichts in Kolumbien durchgesetzt werden. Die zuständigen kolumbianischen Stellen sind auf Grundlage des Übereinkommens verpflichtet, alle geeigneten Schritte zur Durchsetzung der Ansprüche zu unternehmen. Ersuchen aus Deutschland zur Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen in Kolumbien hat der Berechtigte beim deutschen Amtsgericht an seinem Wohnsitz einzureichen, das die Ersuchen an die Übermittlungsstelle - die jeweils zuständige Landesjustizverwaltung - weiterleitet. Das Amtsgericht ist beim Anfertigen des Gesuchs behilflich und erteilt auch Auskünfte über das Verfahren.

Wird ein entsprechendes Gesuch bei kolumbianischen Stellen anhängig, kann die Botschaft unterstützend tätig werden.

Die Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen durch alleinige Einschaltung der Botschaft hat erfahrungsgemäß wenig Erfolgsaussichten, da die Botschaft keine Zwangsmittel anwenden darf und auf die freiwillige Mitwirkung des Unterhaltsschuldners angewiesen ist.

Bei in Kolumbien bestehenden Unterhaltsansprüchen, die gegen einen in Deutschland ansässigen Unterhaltsschuldner durchgesetzt werden sollen, kontaktieren Sie bitte die Botschaft.



Geburt-/ Heirats- / Sterbeurkunden

Die Botschaft kann nur in Ausnahmefällen Urkunden aus Kolumbien beschaffen

Merkblatt zur Urkundenbeschaffung


Die Botschaft kann nur in Ausnahmefällen Urkunden aus Deutschland beschaffen. Personenstandsurkunden können oft über die Webseiten der entsprechenden Gemeinden bestellt werden; die Gemeinden können über www.meinestadt.de ausfindig gemacht werden.

Wurde ein Standesfall vom Standesamt I in Berlin beurkundet, können die Urkunden dort direkt bestellt werden: https://www.berlin.de/labo/buergerdienste/standesamt-i-in-berlin/urkundenanforderung/artikel.94831.php