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Beziehungen zu Deutschland

08.11.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Politik

Zwischen Deutschland und Kolumbien bestehen seit langem freundschaftliche und zunehmend enge Beziehungen, zu denen die deutsche Wirtschaft, Wissenschaftsaustausch, kulturelle Einrichtungen und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit beitragen.

Der bilaterale Besuchsaustausch ist intensiv. Zuletzt besuchte Frank-Walter Steinmeier in seiner Funktion als Außenminister im Januar 2017 Kolumbien. Der damalige kolumbianische Präsident Santos war zuletzt im Mai 2018 in Deutschland zu Besuch. Seit April 2015 ist Tom Koenigs persönlicher Beauftragter des Bundesaußenministers zur Unterstützung des Friedensprozesses in Kolumbien.

Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist mit einem Handelsvolumen von 2,2 Mrd. EUR (2017) größter Handelspartner Kolumbiens in der Europäischen Union.

Eine Reihe deutscher Großunternehmen ist mit eigenen Produktionsstätten in Kolumbien vertreten.

Die wichtigsten wirtschafts- und entwicklungspolitischen Abkommen zwischen Kolumbien und Deutschland sind:

  • Handelsabkommen vom 9. November 1957

  • Kapitalschutzabkommen vom 08. April 1962

  • Verschiedene Abkommen über Finanzielle Zusammenarbeit seit 1965

  • Doppelbesteuerungsabkommen für Schifffahrts- und Luftfahrtunternehmen vom 10. September1968

  • Luftverkehrsabkommen vom 25. November 1968

  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit vom 26. Mai 1998

  • Rahmenabkommen über Finanzielle Zusammenarbeit vom 12. Juli 2012

In der Entwicklungszusammenarbeit genießen die Schwerpunkte „Friedensentwicklung und Krisenprävention“ sowie „Umwelt- und Ressourcenschutz“ bei der kolumbianischen Regierung hohes Ansehen. 2012 kam als dritter Schwerpunkt „nachhaltige Wirtschaftsentwicklung“ hinzu, der in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll. Deutschland gehört zu den Ländern, die den Friedensprozess mit der FARC von Anfang an aktiv mit verschiedenen Maßnahmen der technischen Zusammenarbeit sowie einer weltweit einmaligen Sektorbudgetfinanzierung „Friedenentwicklung“ sowohl auf nationaler Ebene als auch in den Regionen unterstützen. In der Entwicklungszusammenarbeit kommen neben Zuschüssen und technischer Zusammenarbeit auch Entwicklungskredite zur Finanzierung von Investitionsmaßnahmen, beispielsweise im Bereich erneuerbare Energien und Wasser/Abwasser, zum Einsatz. In den Regierungsverhandlungen im September 2016 wurden 252 Mio. Euro zugesagt. Neben dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist in Kolumbien auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nuklearer Sicherheit mit Projekten im Umwelt- und Klimaschutz engagiert. Kolumbien ist ein Schwerpunktland der Internationalen Klimaschutzinitiative.

Zudem zeichnet sich die Entwicklungszusammenarbeit mit Kolumbien durch ein sehr umfangreiches Engagement von mit deutschen öffentlichen Mitteln geförderten zivilgesellschaftlichen Einrichtungen (Kirchen, Nichtregierungsorganisationen, politische Stiftungen, Stipendien, Expertenentsendung) aus, die auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Friedensarbeit in Kolumbien leisten.

Bildung und Kultur

Die wissenschaftlichen Beziehungen sind eng. Davon zeugen rund 3.100 kolumbianische Studierende an deutschen Universitäten sowie mehr als 230 Universitätspartnerschaften, der Austausch von Wissenschaftlern und Dozenten und die Zusammenarbeit im Rahmen von Stipendienprogrammen. Der DAAD ist mit einem Informationszentrum in Bogotá, Lektoren in Cali und Medellín, zwei Langzeitdozenten sowie drei Sprachassistenten vertreten. Eine wachsende Zahl deutscher Akademiker und Forscher arbeitet an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Kolumbien.
Tragende Säulen der akademischen Beziehungen bilden das im Oktober 2010 eingeweihte Exzellenzzentrum für Meereswissenschaften CEMARIN in Santa Marta und das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut (CAPAZ), dessen offizielle Gründungsveranstaltung am 13. Januar 2017 in Anwesenheit des damaligen Außenministers Steinmeier und seiner kolumbianischen Amtskollegin Holguín stattfand. Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Helmholtz-Gemeinschaft sind in Kolumbien aktiv. Zu den bilateralen Kooperationsschwerpunkten zählen Biodiversität, Biotechnologie, Bioökonomie, Meeresforschung und Gesundheitsforschung. Zudem unterstützt Deutschland Kolumbien bei der beruflichen Bildung. Die Deutschen Schulen in Barranquilla, Bogotá, Cali und Medellín wurden als Exzellente Auslandsschulen zertifiziert und genießen einen hervorragenden Ruf. Sechs weitere sogenannte PASCH-Schulen bieten im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ in Bogotá, Medellín und Barranquilla verstärkten Deutschunterricht an. 

Das Goethe-Institut bietet ein umfangreiches Kulturprogramm und zahlreiche Sprachkurse. Die Kulturgesellschaften in Cartagena, Cali und Medellín bringen deutsche Kultur und deutsche Sprache in die Regionen Kolumbiens. 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Kolumbien ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Schwerpunkt der kolumbianisch-deutschen Zusammenarbeit ist die Friedensentwicklung und Krisenprävention. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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