Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

01.03.2021 - Artikel


Allgemeine Hinweise

Seit dem 1. Januar 2000 ist das neue deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) in Kraft, das das bis dahin geltende „Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz“ (RuStAG) vom 1. Januar 1914 grundlegend erneuert hat. Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht hat zuvor und seitdem zahlreiche Änderungen erfahren, die im Folgenden umrisshaft dargestellt werden.

Einzelfälle können mit diesem Kurzüberblick nicht immer geklärt werden. Zu Detailfragen konsultieren Sie bitte die Homepage des Bundesverwaltungsamts in Köln. Dieses ist zuständig für die Entscheidung über Anträge auf Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit, Einbürgerungen, Wiedereinbürgerungen und Beibehaltungsgenehmigungen bei Auslandswohnsitz der Antragstellerin oder des Antragstellers. Bei Wohnsitz in Kolumbien können die Anträge über die Botschaft oder die Honorarkonsulate beim BVA eingereicht werden.

Hier geht es zum BVA

Aufgrund des hohen Antragsaufkommens beim BVA muss mit Bearbeitungszeiten von 1-2 Jahren gerechnet werden. Die Botschaft berät im Vorfeld der Antragstellung über die Erfolgsaussichten und vorzulegende Unterlagen.

Erwerb durch Abstammung

Ein Kind, das bei Geburt einen deutschen Elternteil besitzt, erhält mit Geburt automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. Wenn das Kind bei Geburt auch eine weitere Staatsangehörigkeit erhält, hat dies keine Auswirkung auf die deutsche Staatsangehörigkeit. Falls Sie eine Geburtsurkunde oder einen deutschen Reisepass für Ihr Kind beantragen möchten, erhalten Sie hier weitere Informationen.

Zusätzliche Informationen für Deutsche, die nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurden, finden Sie weiter unten unter „Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern“.

Einbürgerung

Ehemalige Deutsche und nichtdeutsche Abkömmlinge von Deutschen, ausländische Ehegatten von Deutschen und sonstige Ausländerinnen und Ausländer können eingebürgert werden. Regelvoraussetzungen hierfür sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache, eine gesicherte wirtschaftliche Existenz sowie Bindungen aller Art an Deutschland. Zusätzlich muss ein öffentliches Interesse an der Einbürgerung bestehen, wenn sie vom Ausland her erfolgt.

Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus dem Ausland gemäß § 13 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG)

Antrag auf Einbürgerung für Personen ab 16 Jahren

Antrag auf Einbürgerung für Personen unter 16 Jahren

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes hier

Wiedereinbürgerung

Deutsche Staatsangehörige, deren deutsche Staatsangehörigkeit zwischen 1933-1945 aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen wurde, und deren Abkömmlinge haben einen Anspruch auf Wiedereinbürgerung.

Hinweise zum Wiedereinbürgerungsanspruch nach Art. 116 Abs. 2 GG

Downloadpaket für Personen ab 16 Jahren

Downloadpaket für Personen unter 16 Jahren

Durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 20.05.2020 – 2 BvR 2628/18 – wurde der Kreis der Anspruchsberechtigten aus Artikel 116 Absatz 2 Satz 1 Grundgesetz (GG) ausgeweitet.

Als Abkömmlinge im staatsangehörigkeitsrechtlichen Sinne zählen ab sofort auch

  • vor dem 01.04.1953 geborene eheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Mütter und ausländischer Väter
  • vor dem 01.07.1993 geborene nichteheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Väter und ausländischer Mütter

Ein Rückgriff auf die bestehenden Einbürgerungsmöglichkeiten nach § 14 Staatsangehörigkeitsgesetz in Verbindung mit den Erlassen des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vom 28.03.2012 und 30.08.2019 ist damit nicht mehr erforderlich.

Hiervon Betroffene, deren Einbürgerungsantrag nach Artikel 116 Absatz 2 Satz 1 GG nach der bisher geltenden Rechtsprechung in der Vergangenheit abgelehnt wurde, können sich jederzeit an die Auslandsvertretung wenden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesverwaltungsamts hier .

Einbürgerung für Kinder deutscher Eltern, die nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, und deren Abkömmlinge

Für folgende Personengruppen besteht die Möglichkeit einer Einbürgerung gemäß §14 Staatsangehörigkeitsgesetz:

  • unehelich geborene Kinder deutscher Väter, welche vor dem 01.07.1993 geboren wurden.
  • ehelich geborene Kinder deutscher Mütter, welche vor dem 01.01.1975 geboren wurden,

sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt.

Sollten Sie zu einer dieser beiden Gruppen gehören und in Kolumbien leben, können Sie bei der Botschaft einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Allerdings müssen dafür enge Voraussetzungen erfüllt werden. Bitte beachten Sie vor der Antragstellung daher genau die Hinweise unter diesem Link.

Staatsangehörigkeitsausweis

Abkömmlinge von Deutschen können im Rahmen eines Antrags auf einen Staatsangehörigkeitsausweis überprüfen lassen, ob sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Der Staatsangehörigkeitsausweis ist ein Nachweis des Besitzes der deutschen Staatsangehörigkeit.

Weitere Informationen zur Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit und die notwendigen Formulare zur Beantragung eines Staatsangehörigkeitsausweises finden Sie auf der Homepage des BVA Bund.

Merkblatt zur Antragsstellung und Zusammenstellung der Unterlagen bei
Anträgen auf Staatsangehörigkeitsausweise (Feststellung der deutschen
Staatsangehörigkeit)

Erstellen eines Stammbaums

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes hier

Beibehaltung

Deutsche Staatsangehörige, die die kolumbianische Staatsangehörigkeit beantragen möchten, müssen beachten, dass sie gemäß des geltenden deutschen Staatsangehörigkeitsrechts (StaG) bei Antragserwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren, sofern ihnen nicht zuvor eine Beibehaltungsgenehmigung erteilt wurde (§ 25 StaG), die beantragt werden muss.

Beibehaltung beantragen - BVA

Achtung, wichtige Änderung für Inhaber einer Beibehaltungsgenehmigung in einem noch laufenden ausländischen Einbürgerungsverfahren:

Ihre Genehmigungsurkunde hat ein Ablaufdatum. Sollte Ihre ausländische (z.B. kolumbianische) Einbürgerung nicht innerhalb des Gültigkeitszeitraums Ihrer Urkunde erfolgen, müssen Sie –direkt beim BVA – eine neue Genehmigungsurkunde beantragen, um den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit abzuwenden. Das BVA stellt keine gebührenfreie Anschlussurkunde mehr aus.

Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern

Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben / hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben.

Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kind rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.

Beispielfall:

Herr A wird von seiner Firma im Jahr 1999 nach Spanien versetzt. Dort kommt am 01.02.2000 seine Tochter Klara auf die Welt. Die Familie kehrt nach einigen Jahren zurück nach Deutschland. Klara lernt im Jahr 2018 einen US-amerikanischen Staatsangehörigen kennen, mit dem sie in die USA zieht. Dort kommt am 01.01.2020 ihr Sohn zur Welt. Obwohl seine Mutter Deutsche ist, erwirbt er nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, da er durch Geburt in den USA die US-amerikanische Staatsangehörigkeit erwirbt.

Damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, müssen Klara oder der Vater des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt  ihres Kindes stellen. Wenn der Antrag fristgerecht und vollständig gestellt wird, kann dem Kind auf Antrag ein deutscher Pass ausgestellt werden.

Bitte beachten Sie: Von dieser Regelung können alle Deutschen (Expats und Auswanderer) betroffen sein, die selbst im Ausland geboren wurden und ein Kind im Ausland bekommen, unabhängig vom Grund und der Dauer ihres Auslandsaufenthaltes.

Negativ beschiedene Anträge auf Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit

Sofern Sie bereits einen Antrag auf Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit (Staatsangehörigkeitsausweis) gestellt haben, der wegen nicht nachgewiesener Registrierung von deutschen Vorfahren in den Jahren 1870-1914 bei einer deutschen Botschaft oder bei einem Konsulat, abgelehnt wurde, besteht aufgrund deutscher Rechtsprechung vom Sommer 2006 jetzt die Möglichkeit, auch andere Nachweise vorzulegen. Bitte kontaktieren Sie hierzu die Konsularabteilung.

Informationen zum Datenschutz

Hier finden Sie Informationen zum Schutz Ihrer Daten und Kontaktadressen.

nach oben